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Edelstahl streifenfrei reinigen: so bleibt dein Türbeschlag fleckenfrei

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Edelstahl streifenfrei reinigen: so bleibt dein Türbeschlag fleckenfrei

Was ist Edelstahl und warum kann er doch rosten?

Damit du Edelstahl streifenfrei reinigen kannst, lohnt sich ein Blick auf den Werkstoff. Im Handel läuft er oft unter dem Namen Edelstahl Rostfrei. Dieser Name benennt eine Werkstoffgruppe, er verspricht nicht, dass nichts rosten kann, und genau darauf kommt es hier an. Edelstahl ist eine Legierung aus Eisen mit Chrom, Nickel und etwas Kohlenstoff. Das Chrom bildet an der Oberfläche eine hauchdünne Oxidschicht, die sich selbst wieder aufbaut, sobald Sauerstoff dazukommt. Solange diese Passivschicht intakt ist, rostet nichts.

Beschädigst du sie mit einem Scheuerschwamm, mit Chlor oder mit einem Tropfen Essig, den du antrocknen lässt, liegt der Stahl darunter frei. Dann bekommst du braune Punkte, auch Flugrost genannt. Beim Reinigen geht es deshalb nicht um kräftiges Schrubben. Es geht darum, diese Schicht in Ruhe zu lassen.

Außerdem ist nicht jeder Edelstahl gleich. Auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung steht meist eine Zahl.

Sorte Zusammensetzung Wo du sie findest Rostanfällig
Edelstahl 304 (A2) über 18% Chrom, 8% Nickel Innentürbeschläge, Türdrücker, Schiebetürmuscheln gering
Edelstahl 316 (A4) 304 plus etwa 2% Molybdän Haustürbeschläge, Küstennähe, Schwimmbad sehr gering
Edelstahloptik Stahl oder Zamak mit einer Beschichtung in Edelstahlfarbe günstige Beschläge aus dem Baumarkt Beschichtung nutzt sich ab, dann rostet es doch

Wohnst du weniger als fünf Kilometer von der Küste entfernt, wähle an der Haustür bewusst 316. Salzluft ist gnadenlos gegenüber 304. Beim Haustürbeschlag aus Edelstahl in unserem Sortiment findest du diese Werkstoffangabe pro Produkt.

Edelstahl streifenfrei reinigen in fünf Schritten

Spezielles Zubehör brauchst du nicht. Ein Mikrofasertuch, lauwarmes Wasser und ein wenig Spülmittel oder Allzweckreiniger bringen dich schon weit.

  1. Wisch den Beschlag zuerst trocken mit einem weichen Tuch ab, damit Sand und Staub weg sind, bevor du reibst.
  2. Mische lauwarmes Wasser mit ein paar Tropfen mildem, nicht scheuerndem Reinigungsmittel.
  3. Wring das Tuch gut aus. Arbeitest du zu nass, bekommst du Ränder, und Wasser läuft in die Rosette.
  4. Reibe in Schliffrichtung, nicht in Kreisen.
  5. Trockne sofort mit einem zweiten, sauberen Tuch nach. Kalk aus dem Leitungswasser trocknet sonst als weißer Fleck auf.

Du willst mehr Glanz? Ein paar Tropfen Speiseöl oder Olivenöl auf ein trockenes Tuch, dünn verteilen und nachreiben. Das füllt mikroskopische Rillen, sodass das Licht gleichmäßiger zurückgeworfen wird. Rund zehn Tage hält es außerdem Fingerabdrücke ab.

Fingerabdrücke von Edelstahl entfernen

Fingerabdrücke sind kein Schmutz, sondern Hautfett. Wasser allein löst das nicht, Seifenlauge schon. Nimm also immer etwas Fettlösendes, aber sehr wenig davon.

Bei gebürsteten Rosettengarnituren aus Edelstahl sitzt das Fett vor allem in den feinen Rillen des Schliffs. Reibe deshalb mit der Rille und nicht quer darüber, sonst schiebst du das Fett erst richtig hinein. Auf poliertem Edelstahl ist es umgekehrt, dort zeigt sich jede Wischrichtung, also arbeitest du in langen, geraden Zügen von oben nach unten.

Bleiben nach dem Trocknen trotzdem Streifen? Dann war zu viel Mittel in der Lauge. Wisch mit einem Tuch und nur lauwarmem Wasser nach und trockne erneut.

Flecken, Belag und Flugrost beseitigen

Hartnäckigen Belag gehst du mit einem Edelstahlreiniger oder mit einem Cremereiniger wie Cif in der Variante für Edelstahl an. Trag ihn mit einem weichen Tuch auf, lass ihn eine halbe Minute stehen und wisch ihn in Schliffrichtung ab. Gescheuert wird nie, auch nicht mit einem grünen Scheuerschwamm.

Braune Punkte sind meist kein Rost aus dem Beschlag selbst, sondern Eisenpartikel von außen, die auf deinem Edelstahl angerostet sind. Sie stammen von Schleifarbeiten in der Nähe, von einer Bohrmaschine beim Umbau oder von Werkzeug, das am Drücker lehnte. Ein spezieller Flugrostentferner nimmt sie weg. Hilft das nicht, sitzt es tiefer, und Polieren ist der nächste Schritt.

Achtung: beim Polieren nimmst du eine dünne Materialschicht ab. Bei fein gearbeiteten Beschlägen werden Ornamente dadurch etwas weniger scharf. Auf beschichteten Beschlägen und auf einer PVD-Beschichtung darfst du gar nicht polieren, denn dann reibst du die Beschichtung ab.

Was du auf Edelstahl verwendest und was nicht

Geeignet Nicht geeignet Warum nicht
Lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel Chlor und Bleichmittel Frisst sofort durch die Passivschicht
Edelstahlreiniger oder Cremereiniger für Edelstahl Essig, Zitrone, Entkalker Säuren greifen die Schutzschicht an
Mikrofasertuch oder Baumwolle Scheuerschwamm, Stahlwolle, Stahlbürste Kratzt und hinterlässt Eisenpartikel
Speiseöl oder Olivenöl für den Glanz Geschirrspültabs und Maschinenpulver Zu alkalisch, gibt matte Flecken
Trockenes Tuch zum Nachtrocknen Dampfreiniger oder kochendes Wasser Hitze plus Feuchtigkeit gibt Ränder und Kalkbelag

Stahlwolle ist der größte Übeltäter. In der Oberfläche bleiben immer mikroskopisch kleine Eisenfasern zurück, und die rosten innerhalb einer Woche. Du denkst dann, dein Edelstahl sei angegriffen, dabei siehst du die Reste deines eigenen Scheuerschwamms.

Wischrichtung je Oberfläche

In unserem Shop findest du vier Edelstahloberflächen. Jede will etwas anders behandelt werden.

Oberfläche Erkennbar an Wischrichtung Zu beachten
Edelstahl gebürstet Feine Linien in eine Richtung Mit den Linien Mit Abstand am häufigsten verkauft, verzeiht am meisten
Edelstahl poliert Spiegelnd, fast wie Chrom Lange gerade Züge Jeder Wischer und jeder Fingerabdruck ist sichtbar
Edelstahl matt Gleichmäßig grau, kein Glanz Ruhig im Kreis reiben ist erlaubt Nie Cremereiniger, das gibt Glanzstellen
Edelstahl Titan matt PVD Etwas dunkler, warmer Grauton Nur Seifenlauge, leicht reiben Kein Poliermittel, die PVD-Schicht ist dünn

Unsicher, welche Oberfläche du hast? Schau im Licht schräg über die Fläche. Zeigen sich feine Linien in einer Richtung, ist sie gebürstet. Siehst du dich selbst, ist sie poliert. Die matten Edelstahlausführungen erkennst du daran, dass jede Spiegelung fehlt.

Wie oft solltest du Edelstahl reinigen?

Das hängt vor allem davon ab, wie oft der Beschlag berührt wird und mit was für Händen.

Ort Häufigkeit Zusätzlich
Küchentür und Hauswirtschaftsraum Wöchentlich Fettnebel aus der Küche setzt sich auf Edelstahl fest
Badezimmer und Toilette Wöchentlich Sofort nachtrocknen gegen Kalkflecken
Wohnzimmer und Schlafzimmer Einmal im Monat Oft reicht es, Staub abzunehmen
Haustür und Hintertür Einmal im Monat Zweimal im Jahr eine Schutzschicht
Büro oder Ladenlokal Zweimal pro Woche Hunderte Berührungen pro Tag

Eine Schiebetürmuschel aus Edelstahl fällt aus diesem Schema. Dort greifen Menschen buchstäblich hinein, deshalb ist sie meist zuerst schmutzig.

Und die anderen Materialien im Haus?

Hängt bei dir nicht überall Edelstahl, gelten andere Regeln. Was auf Edelstahl funktioniert, kann Messing sogar beschädigen.

Material Vorgehen Nie tun
Messing lackiert Feuchtes Tuch, mehr nicht Messingpolitur, sie frisst die Lackschicht weg
Messing unlackiert Messingpolitur, danach eine dünne Schicht Klarwachs Mit Politur darauf antrocknen lassen
Kupfer Kupferpolitur oder Salz mit Zitrone Scheuermittel, Kupfer ist weich
Chrom Chrompolitur auf einem weichen Tuch Säurehaltige Reiniger, davon bleiben winzige Grübchen
Schwarz beschichtet Seifenlauge und nachtrocknen Jedes Scheuermittel, die Beschichtung ist dünn
Schmiedeeisen Tuch mit etwas leichtem Öl Nass stehen lassen, das gibt Rost

Du willst wissen, wie sich diese Oberflächen in Verschleiß und Farbe nebeneinander halten? In unserem Artikel über Farben von Türbeschlägen im Vergleich stellen wir schwarz, bronze, Edelstahl, gun metal und Messing gegenüber.

Türbeschläge beim Malern schützen

Die meisten Schäden an Edelstahl entstehen nicht beim Polieren, sondern beim Malern. Farbspritzer gehen selten ohne Kratzer ab, und Farbverdünner greift die Passivschicht an.

Schraube den Beschlag deshalb ab, bevor du anfängst. Das kostet zehn Minuten und spart dir einen neuen Satz. Bewahre die Schrauben in einem Tütchen beim Drücker auf und montiere erst dann zurück, wenn die Farbe vollständig ausgehärtet ist, nicht wenn sie sich trocken anfühlt. Farbe gibt noch Tage lang Dämpfe ab, und die schlagen sich auf Metall nieder.

Sind die Nylonlager im Drückerhals verschlissen oder quietschen die Scharniere nach der Arbeit? Diese kleinen Teile findest du in der Kollektion Wartung.

Aus der Praxis unseres Showrooms

Ein Kunde aus Zeeland kam mit einem Satz von 14 Drückern aus Edelstahl in unseren Showroom in den Niederlanden. Nach anderthalb Jahren zeigten alle braune Sprenkel. Sein erster Gedanke war schlechte Qualität. Es war Edelstahl 304 an einem Haus 800 Meter von der Oosterschelde entfernt, und die Drücker an den Außentüren hatten es am schlimmsten erwischt.

Wir haben die Sprenkel mit einem Flugrostentferner behandelt, bei 12 von 14 Drückern mit vollem Erfolg. Die beiden Drücker an den Außentüren wurden durch 316 ersetzt. Zwei Jahre später rief er noch einmal an, da ging es um etwas anderes, und die Sprenkel waren nicht zurückgekommen.

Was du jetzt bestellst

Für die normale Reinigung reichen zwei Mikrofasertücher und eine Flasche Edelstahlreiniger. Mehr nicht.

Ist dein Beschlag so stark angegriffen, dass Polieren nicht mehr hilft, oder blättert eine Beschichtung in Edelstahloptik ab, dann ist ein Austausch günstiger als weiteres Probieren. Miss zuerst dein PZ-Maß und deinen Drückerstift, und wähle dann aus der Kollektion Türbeschläge aus Edelstahl. Für Außentüren am Meer nimm bewusst 316.

Brauchst du Hilfe?

Du bist nicht sicher, ob dein Edelstahl poliert oder gebürstet ist, oder ob ein Fleck noch herausgeht? Schick uns ein Foto über das Kontaktformular, dann schauen wir mit. Das erspart dir einen Nachmittag Schrubben an etwas, das sowieso nicht weggeht.

Häufig gestellte Fragen

Wie bekommt man Edelstahl streifenfrei sauber?

Nimm ein gut ausgewrungenes Tuch mit lauwarmem Wasser und sehr wenig mildem Spülmittel, wische in Schliffrichtung und trockne sofort mit einem zweiten, sauberen Tuch nach. Streifen kommen fast immer von zu viel Reinigungsmittel oder von Wasser, das du antrocknen lässt.

Warum sitzen braune Punkte auf meinem Edelstahlbeschlag?

Das ist meistens Flugrost: lose Eisenpartikel von außen, die auf deinem Edelstahl angerostet sind, etwa von Schleifarbeiten, einer Bohrmaschine oder Stahlwolle. Ein Flugrostentferner holt das in den meisten Fällen heraus, ohne dass du scheuern musst.

Darf ich Essig oder Scheuermittel auf Edelstahl verwenden?

Nein. Essig, Zitrone, Entkalker, Chlor und Scheuermittel greifen die schützende Passivschicht an, und danach kann der Stahl darunter sehr wohl rosten. Stahlwolle und Scheuerschwämme hinterlassen zusätzlich Eisenfasern, die selbst zu rosten anfangen.

Was ist der Unterschied zwischen Edelstahl 304 und Edelstahl 316?

Edelstahl 316 enthält etwa 2% Molybdän mehr und verträgt Salz und Chloride dadurch deutlich besser. Für Beschläge an Innentüren ist 304 vollkommen ausreichend. Wohnst du an der Küste oder hängt der Beschlag an einem Schwimmbad, nimm 316 für deine Außentüren.

Wie bekomme ich Edelstahl ohne Poliermaschine wieder glänzend?

Reinige ihn zuerst gründlich und trockne ihn ab. Gib danach ein paar Tropfen Speiseöl oder Olivenöl auf ein trockenes Tuch und verteile das dünn in Schliffrichtung. Das gibt einen gleichmäßigen Glanz und hält rund anderthalb Wochen Fingerabdrücke ab.

Wie oft muss ich Türbeschläge aus Edelstahl reinigen?

In Küche und Badezimmer wöchentlich, in Wohn- und Schlafzimmern etwa einmal im Monat und in einem Büro oder Ladenlokal zweimal pro Woche. Beschläge an Außentüren bekommen dazu zweimal im Jahr eine Schutzschicht.

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