Scharnieren voor deuren en meubels
Aufliegend, stumpf oder Paumelle: hier geht es meistens schief
Das ist die Frage, die bei Scharnieren die meisten Rücksendungen verursacht, also kläre sie, bevor du weiterschaust. Öffne die Tür und sieh dir die Kante an.
Liegt das Türblatt mit einem Falz über der Zarge, sodass du die Zarge an der Bandseite nicht siehst? Dann hast du eine gefalzte Tür, und dazu gehören gekröpfte Scharniere oder aufliegende Paumellen. Liegt die Tür flach in der Zarge, sodass Türblatt und Zarge vorn eine Fläche bilden? Dann ist es eine stumpf einliegende Tür, und du nimmst gerade Scharniere mit flachem Blatt oder stumpfe Paumellen.
Eine Paumelle ist kein eigener Türtyp, sondern eine Bauform: die beiden Hälften lassen sich trennen, sodass du das Türblatt aus dem Band hebst, ohne die Schrauben zu lösen. Praktisch bei schweren Türen und bei Türen, die du öfter aushängst. Sieh dir für das komplette Angebot auch Scharniere und Paumellen an.
Zwei Maße decken fast alle Innentüren ab
Miss Höhe und Breite des Scharnierblattes im geschlossenen Zustand, also die einzelne Hälfte, die am Türblatt sitzt. Bei den gängigen Innentüren, für die wir Scharniere anbieten, landest du fast immer bei einem dieser beiden Maße:
- 89x89 mm. Das häufigste Maß für Innentüren und das Maß, das im Neubau standardmäßig verbaut wird.
- 76x76 mm. Etwas kleiner, häufig in älteren Häusern und bei leichteren Türen zu finden.
Für Außentüren und schwere massive Türen sind außerdem 100x100 mm und 130x130 mm gängig. Achte dabei auf die Blattdicke: 3 mm Stahl trägt deutlich mehr als die dünneren Ausführungen, die du bei leichten Innentüren findest.
Wie viele Scharniere brauchst du pro Tür?
Für eine normale Innentür sind drei Scharniere der Standard. Bei Türen über 230 cm Höhe oder bei schweren massiven Türen kommen vier daran, davon oft zwei dicht beieinander oben, weil dort die größte Zugkraft wirkt.
Zwei Scharniere genügen nur bei leichten Schranktüren. An einer Innentür führt das nach einigen Jahren dazu, dass die Tür absinkt und an der Zarge schleift.
Kugellager oder Gleitlager: die wichtigste Entscheidung
Ein Gleitlagerscharnier hat kein Lager zwischen den Scharnierhälften. Das funktioniert an einer leichten Innentür gut, fängt bei intensiver Nutzung aber mit der Zeit an zu quietschen und verschleißt.
Ein Kugellagerscharnier hat kleine Kugellager zwischen den Blättern. Dadurch dreht die Tür leichter, bleibt leise und das Band trägt mehr Gewicht.
Unser Rat: nimm Kugellagerscharniere für alle Türen, die du täglich benutzt, und für jede Tür, die schwerer als 40 kg ist. Der Preisunterschied ist klein und du sparst dir eine quietschende Tür im Flur. Gleitlager reicht für eine Abstelltür oder eine Schranktür.
Außentüren: achte auf Material und Einbruchhemmung
Draußen hängt die Lebensdauer am Material. Edelstahl in der Qualität AISI 304 genügt im Binnenland; wohnst du wenige Kilometer vom Meer, wähle AISI 316, der salzige Luft besser verträgt. Eine Pulverbeschichtung auf Stahl sieht klar aus, aber eine Beschädigung an der Kante kann anfangen zu rosten.
An eine Außentür gehört außerdem eine Bandseitensicherung: ein Stahlbolzen am Band, der in eine Bohrung im Rahmen greift, damit die Tür auch nach dem Ausheben aus den Bändern nicht geöffnet werden kann. Sicherheitsscharniere mit SKG-Zertifizierung, einem niederländischen Sicherheitsgütesiegel, haben diesen Bolzen bereits ab Werk. Für das Politiekeurmerk Veilig Wonen (PKVW), ein niederländisches Gütesiegel für einbruchhemmendes Wohnen, ist das bei nach außen öffnenden Türen vorgeschrieben.
Scharniere selbst wechseln
Ersetzt du alte Scharniere durch dasselbe Maß, kannst du meist die vorhandene Ausfräsung weiter nutzen. Sitzt das neue Scharnier etwas anders, bohre die Löcher nicht erneut in dasselbe Holz: dreh einen Holzdübel mit etwas Holzleim in das alte Loch, lass es trocknen und bohre danach vor. Sonst zieht sich die Schraube nicht mehr fest.
Arbeite immer von oben nach unten und löse die oberen zwei Schrauben des obersten Scharniers zuletzt, dann sinkt die Tür während der Arbeit nicht weg.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Scharniere pro Tür?
Drei für eine normale Innentür. Vier bei Türen über 230 cm Höhe oder bei schweren massiven Türen, mit zwei Scharnieren oben, wo die Zugkraft wirkt.
Welche Größe Scharniere brauche ich?
Miss das Scharnierblatt. Bei gängigen Innentüren sind das fast immer 89x89 mm oder 76x76 mm. Für schwere Türen und Außentüren kommst du auf 100x100 mm oder größer.
Was ist der Unterschied zwischen einem Scharnier und einer Paumelle?
Bei einer Paumelle lassen sich die beiden Hälften trennen, sodass du das Türblatt aus dem Band hebst, ohne Schrauben zu lösen. Bei einem gewöhnlichen Scharnier sitzt der Stift fest.
Woran erkenne ich, ob meine Tür gefalzt oder stumpf ist?
Sieh dir die Türkante an der Bandseite an. Liegt das Türblatt mit einem Falz über der Zarge, ist es eine gefalzte Tür. Liegt die Tür flach in der Zarge, ist sie stumpf einliegend.
Warum quietscht meine Tür?
Meist sind Lager oder Stift trocken. Ein Tropfen säurefreies Öl auf den Stift hilft oft sofort. Quietscht es weiter oder fühlt sich die Tür schwer an, ist das Scharnier verschlissen und ein Kugellagerscharnier die dauerhafte Lösung.
Kann ich Scharniere für Möbel auch an einer Tür verwenden?
Nein. Möbelscharniere sind für leichtere Lasten und für Schranktüren gemacht. Eine Innentür mit 25 kg reißt sie aus dem Holz.
Was Kunden meistens dazu bestellen
Hängt die Tür ohnehin aus den Bändern, ist das der Moment für den Rest: Türgriffe, ein Einsteckschloss, wenn das Schloss schon seit Jahren quietscht, und Türstopper, damit der Griff nicht in die Wand schlägt. Bestellst du vor 20:00 Uhr, verlässt deine Bestellung noch am selben Werktag unser Lager, sofern der Artikel auf Lager ist.

